Euer Wissen ist gefragt!

  • Ich oute mich als Fotografie-DAU. Mein Wissen über Fototechniken, Kameraeinstellungen ist einfach schlecht!
    Warum Euch diverse Tools & Hilfsmittel bei der Nachbearbeitung helfen, da stochere ich ebenfalls im dunkeln rum.

    Ich würde hier gerne auf Eure Mitarbeit setzen. Wenn es die Lust und Zeit erlaubt wäre ich für Reviews oder kleinen Tutorials von Euch sehr dankbar.
    Hierzu würde ich einen Thread eröffnen und ganz oben anpinnen und auf Eure Reviews, Anleitungen ect. verlinken.
    Wenn jemand ein Coverbild-Vorschlag für den angepinnten Einstiegsthread hat - wäre dies grandios.

    Mir fällt spontan folgendes ein, in der Themenwahl seid ihr jedoch grundsätzlich frei!

    - Fototechniken, Kamereinstellungen ect.
    - Reviews von RAW-Tools, Nachbearbeitungs-Software allgemein
    - Was liebt ihr an der Software, Vorzüge, Pro & Contra
    - Eure Arbeitsabläufe, Workflow ect.
    - und natürliche sämtliche Fotokategorien wie Landschaft, Architektur, Makro, Stacking usw.
    - last but not least - Euer Lieblingsthema

    P.S. Lothar du hast neulich interessante Arbeiten in die Galerie eingestellt - z.B. Handlauf, Brückenbogen, Löffel, Gabel Schatten
    Wäre dies was für Dich?

  • In diesem Jahr werde ich mit Jugendlichen ( Pfadfindergruppe) einen analogen Fotokurs starten.

    Denn ich bin der Meinung, dass Blende, Zeit und Schärfentiefe am besten analog zu begreifen sind.


    Beispiel:

    Durch das abmontierte Objektiv einer analogen SLR-Kamera kann ich die Blendenlamellen erkennen.

    Wenn ich die Blende schließe wird die Öffnung winzig klein. Auf dem Blendenring erkenne ich dann hohe Zahlen wie 16 oder gar 32.

    Also große Zahl heißt kleine Öffnung. Daher verwenden wir besser die Aussage "Geschlossene Blende", denn sie ist eindeutig.


    Die Wirkung der geschlossenen Blende kann ich analog sehr anschaulich sehen.

    Denn damals gab es an jeder guten Spiegel-Reflex-Kamera (SLR) eine Abblendtaste.

    Also scharfstellen und dann Taste drücken - Voila !


    Digital gibt es manchmal auch eine Taste dafür. Bei SONY heißt sie "Schärfentiefetaste" bei Panasonic "Simulationstaste".

    Viele digitale Systemkameras besitzen aiuch eine oder es funktioniert über das Antippen des Auslösers.

    Also einfach mal ausprobieren.

    Es hört sich an wie ein System - mit Kameras toll und bequem,

    mit Peaking, Stabi und Bouket - bei schwarzer Nacht und hellem Schnee,

    auch wenn kein Pixel liegt mehr schief - es zählt noch immer das Motiv.

  • ego

    Da bin ich ganz bei Dir.

    Aus genau diesem Grund habe ich meine jetzige DSLR (Pentax K-S2) gekauft. Daran funktionieren noch Objektive mit Blendenring, sogar mit manuellem Fokus, eine Taste wurde als "echte" Abblendtaste (optisch) definiert.

    Ich fotografiere eigentlich nur im TAv-Modus. Also Zeit und Blende werden von mir definiert, die Kamera passt die ISO an. (Natürlich achte ich auf die ISO)


    Ich möchte mal kurz auf die vielen Motiv-Programme eingehen, die Kameras heute haben.

    Keine Kamera kann zaubern - die Lichtmenge ist immer die gleiche.

    An der Kamera gibt es drei Parameter, um aus der Lichtmenge ein gut belichtetes Bild zu machen.

    Das sind Belichtungszeit, Blendenöffnung ("Blende") und die Filmempfindlichkeit (ISO)

    Bei viel Licht sind kurze Belichtungszeit, kleine Blende, niedrige ISO möglich. Bei wenig Licht umgekehrt.

    Natürlich gibt es viele Kombinationsmöglichkeiten.

    Aber wenn man sich an den Fakten orientiert, wird alles ganz einfach.

    1. Je mehr die Blende geschlossen ist (große Blendenzahl), desto größer wird der Entfernungsbereich, in dem alles scharf ist. (Schärfentiefe)

    Umgekehrt wird es ein Bildgestaltungsmittel: Offene Blende (=kleine Zahl) stellt nur das gewünschte Objekt scharf dar ("Freistellung")

    2. Die Belichtungszeit natürlich durch das Motiv bedingt. Schnell bewegte Motive brauchen eine kurze Belichtungszeit. Je kürzer die Belichtungszeit, desto geringer ist das Risiko, ein Bild zu verwackeln. (Bei Teleobjektiven soll man als Belichtungszeit den Kehrwert der Brennweite nehmen)

    3. Die ISO war früher nach dem einlegen eines Films (logischerweise) unveränderlich. Da liegt ein großer Vorteil der Digitalfotografie. Ansonsten ist es wie damals, Filme mit hohen ISO-Werten hatten nicht die Abbildungsqualität wie mit niedriger ISO. Heute haben wir bei hohen ISO-Werten eben Sensorrauschen.


    Das ganze in Beispielen:

    Ich will eine Blüte fotografieren. Die will ich "freistellen", also so, dass alles andere unscharf ist. Also Offene Blende (soweit das Objektiv das hergibt), dazu möglichst nahe ran, Belichtungszeit dann so passend wählen, dass die ISO nicht zu hoch wird.


    Ich will eine Landschaft fotografieren. Ein recht großer Entfernungsbereich soll scharf werden. Also kleine Blende, das erfordert (bei gleichem Licht) eine längere Belichtungszeit, die versuche ich möglichst kurz zu halten (Verwacklungsgefahr) soweit die ISO das möglich macht.


    Jetzt haben wir schon zwei "Motivprogramme". (Blüten und Lanschaft) Aber vielleicht will ich doch zwei, drei Blüten mehr scharf haben. Also die Blende etwas schliessen. Dementsprechend passe ich auf Belichtungszeit und ISO auf. Schon habe ich ein "3-Blüten-Motivprogramm". 3 Blüten - 4 Blüten? Hat kaum eine Kamera. Also mache ich es gleich von Hand. Die Fehlerquote ist am Anfang groß.

    Als ich angefangen habe, war mein Lieblingsfilm (Kodak Ektachrome 400) sehr teuer für mich. Da hat das weh getan. Mit der Digitalfotografie habe ich die Chance, von 1000 Fotos nur 10 gute zu machen.

    Und heute sitze ich immer noch oft am Rechner und lösche Bilder. Und lerne, was ich falsch gemacht habe. Und nach und nach wird die Fehlerquote kleiner.

    Das ist für mich fotografieren.

  • pentaffin Toll dargestellt ! Nachfolziehbar, aber gerne hätte ich zu den Beispielen auch ein Foto gesehen.

    Einfach nur, weil es gaanz viele theoretische und sooo wenig gezeigte/gelebte Bespiele gibt.


    Mit der Pentax liebäugelte ich auch schon - auch wegen der tollen alten M-Objektive.

    (Die kleine Pentax ME war mal meine Traumkamera.)


    Neulich stand ich vor folgender Aufgabe:

    Ich stand in Bingen am Rhein und wollte ein Plüschtier-Maskotchen vor dem Niederwald-Denkmal fotografieren.

    Das Problem: Das Niedewald-Denkmal steht auf der anderen Rheinseite (Luftlinie 400m) .

    Mit welcher Einstellung ist das zu bewerkstelligen - natürlich sollen Plüschtier und Denkmal möglichst scharf sein ?


    Ich bin gespannt !


    Zum Thema Schärfentiefe stelle ich dann auch ein Foto ein.

    Weil es doch sooo wenige gezeigte/gelebte Beispiel gibt. :-)

    Es hört sich an wie ein System - mit Kameras toll und bequem,

    mit Peaking, Stabi und Bouket - bei schwarzer Nacht und hellem Schnee,

    auch wenn kein Pixel liegt mehr schief - es zählt noch immer das Motiv.

  • (Die kleine Pentax ME war mal meine Traumkamera.)

    Meine war die SuperA - die steht heute noch im Regal und funktioniert. Filme sind allerdings immer noch teuer :)



    Neulich stand ich vor folgender Aufgabe:

    Schwer zu sagen. Wetter, Aufnahmeposition, verfügbare Objektive, wie stark kann ich zuschneiden ...

    Jedenfalls erstmal so weit wie möglich vom Plüschbären weg. Vom Objektiv her würde ich in Richtung Weitwinkel tendieren, so weit es der gewünschte Bildausschnitt zulässt. Blende so klein wie möglich - ich habe übrigens (fast) immer ein kleines Stativ im Fotorucksack, so könnte ich auch längere Belichtungszeiten in Kauf nehmen. Hohe ISO-Werte vermeiden, um später noch zuschneiden zu können.


    Zum Thema Schärfentiefe ...

    ... habe ich gerade auch ein paar Bilder eingestellt.

    Ausflug zum Finkenrech - Saarland

    Wichtig ist es, die geeignete Aufnahmeposition zu finden. Dadurch bestimmt man, was auf die Schärfeebene kommt, und was nicht. Immer wieder mal in die Knie gehen oder noch näher an den Boden.

  • Lieber Pentaffin pentaffin

    Also Du bist mir wirklich ein sympatische Gesprächspartner. Nicht nur weil Du die Pentax im Schrank hast.


    Die kleine Aufgabe hast Du prima gelößt, genau so hab ich es gemacht.

    ( leichtes Weitwinkel, Blende schließen und nacher rausschneiden )

    Außer mit dem Stativ - ich hab eigentlich nie eines dabei. Andererseits scheinen die Stabis in MFT-System besser zu sein als bei Pentax.

    Ich wackele auch ganz gerne, aber seit dem ich den Stabi (Olympus, Lumix) habe ist alles prima.

    Das Beweisfoto mit dem Plüschtier muß ich noch raussuchen - ist doch schon länger her als ich dachte.


    Und das Du heute daußen warst und die Ergebnisse heute zeigst, dass finde ich wirklich sympatisch.


    Und auch Deine Bevorzugung fürs Tele mit deutlichem "Nahbereich" kommt mir bekannt vor.

    Ich hab allerdings inzwischen fast immer das Reisezoom dran, denn der Objektivwechsel ist einer der wenigen Nachteile gegenüber den analogen SLRs. Bei denen gelangte kein Staub in kritische Bereiche wenn ich die Linse tauschte.


    Hier kommt noch eines von meinen Montagsfotos:

    Es hört sich an wie ein System - mit Kameras toll und bequem,

    mit Peaking, Stabi und Bouket - bei schwarzer Nacht und hellem Schnee,

    auch wenn kein Pixel liegt mehr schief - es zählt noch immer das Motiv.

  • ego Danke für das Kompliment :)


    Zum Thema Stativ:

    Ich habe oft Probleme, die Kamera ruhig zu halten.
    Und natürlich ermöglicht ein Stativ auch kreative Techniken.

    In diesem Thread kann man etwas über mein "Immer-Dabei-Stativ" erfahren:

    Pseudo-Langzeitbelichtung


    Zu den Objektiven:

    Der Vorteil bei der Pentax ist eben, dass man ältere Objektive (auch mit Autofokus) sehr günstig kriegt.

    Das 55-300 ist neben dem Kit-Objektiv das einzige Neue. Mein ganz altes SMC-A 50/1,7 ist nach wie vor ein exzellentes Portrait-Objektiv. Und das 28-70 F4 liefert gute bis sehr gute Ergebnisse, fokussiert rasend schnell und hat gerade mal 50€ gekostet. Die Schwächen alter Vollformat-Objektive (im Randbereich) relativieren sich bei einer Crop-Kamera sowieso.

    Ich habe einige Zeit lang (bewusst) immer nur ein Objektiv mitgenommen, um es genauer kennenzulernen.

    Inzwischen bin ich meistens mit einem Rucksack unterwegs - trotz größerer Beladung ist die gleichmäßige Belastung besser für meinen (lädierten) Rücken.

  • Am letzten Wochenende, auf dem Sommerfest des Fördervereins (für Pfadfinderarbeit) produzierten wir Fotogramme. :-)

    Eine Dunkelkammerausrüstung bekam ich für den guten Zweck geschenkt:

    - Vergößerer mit Obkektiv

    - uralte Zeitschaltuhr (war zu alt, wir haben gezählt)

    - 4 Schalen 30x40 cm zum Entwickeln. Stoppen, Fixieren und Wässern

    - Zangen, dunkle Flaschen und einen knappen Liter Fixierkonzentrat

    - Eine Packung Fotopapier ca. 20x30 cm

    - in meiner Dunkelkammer fand sich noch 10 in Worten "ZEHN" Jahre alter, angebrochener Eukobrom Entwickler (auch Konzentrat)


    Also, Gräßer und Halme sammeln und im Dunkeln (Dukaleuchte und Rotlicht an) auf dem Fotopapier plazieren.

    Nach zwei Versuchen 6 Sekunden lang den Vergrößerer eingeschalten und ab in den Entwickler.

    Es tat sich sehr wenig. Ich goss Entwickler nach. Überall wo der neue Entwickler auf das weiße Fotopapier traf, zeigen sich Ergebnisse.

    Also noch mehr Entwickler bis die Verdünnung statt 1:9 nur 1:2 betrug, dann klappte es.

    Anschließend Stoppbad, dann Fixierer und dann natürlich Licht an und bewundern.


    Nach dem Wässern konnten die Kinder und Jugendlichen Ihr Fotogramm mit nach Hause nehmen.

    Einige belichteten auch ihre Hände auf eigene Idee hin !

    Also insgesammt war das ein voller Erfolg.


    Übrigends ist analog wieder im Kommen. Kodak produziert seit diesem Jahr wieder Farbdiafilme. :thumbsup:

    Es hört sich an wie ein System - mit Kameras toll und bequem,

    mit Peaking, Stabi und Bouket - bei schwarzer Nacht und hellem Schnee,

    auch wenn kein Pixel liegt mehr schief - es zählt noch immer das Motiv.

  • Günther, vielen Dank für deinen Bericht zu euren Fotgramme.
    Ich bin neugierig wie sowas aussieht? Bilder sagen mehr als tausen Worte. Dabei ist dies doch was für den Blog. Wenn du was abfotografieren könntest, würde ich gerne deine, eure Fotogramme im Blog einstellen. Natürlich nur, wenn es dir Recht ist. Was meinst du?

  • Gerne, aaaaaber ...... :(

    ..... ich hab keine. ;(

    Die durften die alle mitnehmen und ich hatte alle Hände voll zu tun und hab kein eiziges fotografiert. :)

    Es hört sich an wie ein System - mit Kameras toll und bequem,

    mit Peaking, Stabi und Bouket - bei schwarzer Nacht und hellem Schnee,

    auch wenn kein Pixel liegt mehr schief - es zählt noch immer das Motiv.

  • Diese Woche kam das Paket mit 10 S/W-Filmen und Entwickler und Fixierbad an.

    Hat zusammen etwas weniger als EUR 70,- gekostet.

    Jetzt kramte ich die Minolta XD7 aus dem Schrank.

    Verschluss löst sauber aus und ist eine Freude. Es ist ein Metallschlitzverschluss und man spürt Öffnen und Schließen getrennt.

    Was für eine Haptik ! :thumbup::thumbup::thumbup:

    Die Lichtdichtung ist nicht mehr vollständig, aber ich werde es dennoch wagen.

    Also BUENAS DIAS - obwohl es heute Negative statt Dias sind. :D

    Es hört sich an wie ein System - mit Kameras toll und bequem,

    mit Peaking, Stabi und Bouket - bei schwarzer Nacht und hellem Schnee,

    auch wenn kein Pixel liegt mehr schief - es zählt noch immer das Motiv.

  • 10 S/W-Filme und Entwickler und Fixierbad ... EUR 70,-



    Du meine Güte, wo ich noch Filme selbst entwickelt habe war das alles Pfennigkram, jetzt ein halbes Vermögen. Gut ist nun auch schon über 30 Jahre her und Kleingeld war aus Aluminium (bei uns zumindest) ;)

    Meine Prakticas habe ich auch noch....

    Also viel Spaß und vor allem Glück das alles klappt.



    LG Sakas